19.10.2021

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Auffrischimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff folgenden Personengruppen:

  • Personen ab 70 Jahren
  • Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen
  • Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt mit den zu Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt
  • Personen mit Immundefizienz
  • Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, zur Optimierung des Impfschutzes

Zeitpunkt der Impfung

Die Auffrischimpfung soll frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen. Ausnahmen: Bei schwer immundefizienten Personen, zum Beispiel bei Patienten nach Organtransplantation und Krebspatienten unter immunsuppressiver, antineoplastischer Therapie, kann die zusätzliche Impfstoffdosis bereits nach vier Wochen verabreicht werden. Auch Personen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, können bereits ab vier Wochen nach der Grundimmunisierung eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten.

Keine Auffrischimpfung für Genesene

Personen, die vor oder nach einer COVID-19-Impfung eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird derzeit keine Auffrischimpfung empfohlen.

 

Begründung für die Auffrischimpfung

Impfschutz lasse mit der Zeit nach

Generell schützten die COVID-19-Impfstoffe effektiv und anhaltend vor schweren Erkrankungen und Tod durch COVID-19, betont die STIKO in einer Pressemitteilung. Allerdings zeige sich, dass der Impfschutz mit der Zeit insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlasse. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach der Impfung insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen.

STIKO: Die meisten Impfdurchbrüche bei Johnson & Johnson

Im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen werden in Deutschland nach Erkenntnis der STIKO die meisten COVID-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden. Zudem wurde bei diesem im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante beobachtet.
Deshalb empfiehlt die STIKO, eine Impfung mit dem COVID-19 Vakzin Janssen bereits ab vier Wochen mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffes zu ergänzen.

Auffrischimpfung bei Immundefizienten

Für Menschen mit einer Immundefizienz hatte die STIKO bereits eine Empfehlung zu einer Auffrischimpfung ausgesprochen und vor zwei Wochen veröffentlicht. Zum Personenkreis gehören unter anderem Krebspatienten unter aktiver Chemotherapie oder Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz.

 

 

Quelle KBV Praxis Nachrichten 07.10.2021

 

 

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und Glück

Ihr Praxisteam der Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Thomas May und Annette Morstadt

 

© Praxis Dr. May & A. Morstadt 2021