Liebe Leser,

dies ist eine Information zur aktuellen Lage. Mit freundlicher Genehmigung von Chris und Phil von edubily

 

Die Städte, Landkreise und sogar die Bundesländer beschließen aktuell Ausgangssperren, oder etwas milder ausgedrückt, Ausgangsbeschränkungen.
 
Im Moment gibt es zwei ganz wichtige Dinge zu verstehen:
 
1. Ein Blick auf die Statistik in Italien zeigt, dass das Durchschnittsalter jener Menschen, die am oder mit dem Coronavirus gestorben sind, ca. 80 Jahre beträgt. 99 % dieser Menschen waren bereits vorher krank, und ein hoher Prozentsatz davon hatte mehrere Vorerkrankungen. Auch die globale Statistik zeigt, dass von diesem Virus kaum eine Lebensgefahr für jüngere Menschen ausgeht. Aktuelle Studien legen zudem nahe, dass rasch Antikörper gebildet werden.

2. Wir haben uns als Gesellschaft zurecht dafür entschieden, Personengruppen zu schützen, die von diesem Virus ernsthaft betroffen sind. Zudem können wir noch nicht gut abschätzen, inwieweit und wie stark Deutschland in den nächsten Wochen betroffen sein wird. Auch, wenn viele Virologen zuversichtlich sind, dass uns das Virus nicht so hart treffen wird wie Italien, will keiner – und da dürften wir uns alle einig sein – eine humanitäre Katastrophe riskieren. 
 
Vor diesem Hintergrund muss uns aber auch klar sein, dass es noch nie da gewesene und gravierendste Folgen für viele Lebensbereiche haben wird, allen voran für die Wirtschaft.
 
Die ersten Betriebe werden schon bald vor dem Aus stehen. Im schlimmsten Fall erleben wir nach dieser Krise eine Situation hier in Deutschland, die es seit langer Zeit in diesem Ausmaß nicht mehr gab.
 
Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir bei klarem Verstand bleiben, uns an Fakten, Statistiken und Zahlen orientieren, aber zeitgleich nicht vergessen, dass wir nun bedingungslos Menschenleben schützen müssen, auch wenn unser eigenes davon vielleicht nicht betroffen sein wird.
 
Wir müssen jetzt alles dafür tun, die Verbreitung des Virus zu unterbinden. Jeder Tag, an dem strikte Maßnahmen gelebt werden müssen, weil wir den Ernst der Lage zu spät realisiert haben, ist ein Tag zu viel.
 
Wenn wir jetzt nicht strikt, hart und nach Maßgabe handeln, riskieren wir einen Systemkollaps, wie wir ihn noch nie gesehen haben. Zeitgleich können wir das alles nur schaffen, wenn wir keine unnötigen und zusätzlichen Ängste schüren.
 
Unsere Bitte:

  • Verbreite keine Verschwörungstheorien und akzeptiere den Ernst der Lage. 
  • Übertrage Statistiken aus Italien nicht blind auf Deutschland – vermeide Horrorszenarien. Es gibt zu viele Faktoren in Italien, die man nicht 1:1 auf Deutschland übertragen kann: Demografie, Rauchverhalten, ggf. ACE2-Genvarianten, Verhalten im Sozialleben, die Art des Zusammenlebens, sogar die Luftqualität in Norditalien ist die schlechteste in ganz Europa. 
  • Versuche realistisch einzuordnen, dass das Virus an sich für die allermeisten von uns eher harmlos ist. An dieser Stelle besonders liebe Grüße an unsere älteren Leser – passt, wie immer, jetzt gut auf Euch auf. Aber: Versucht weiterhin ein aktives Alltagsleben aufrechtzuerhalten, denn das stärkt das Immunsystem. 
  • Versuche einen kühlen Kopf zu behalten und verhalte Dich nicht irrational – das betrifft sowohl Hamsterkäufe auf der einen Seite, als auch kollektives Sonnenbaden auf der anderen Seite. Wir müssen uns jetzt alle zusammenreißen!
  • Kümmere dich um Dein Immunsystem. Je stärker Dein Immunsystem ist, umso niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du dich ansteckst oder extrem virulent bist, und somit andere anstecken könntest.
  • Reduziere den Medienkonsum auf ein Minimum. Orientiere dich an exponierten Virologen, aber vertraue nicht blind einer Meinung – bleibe immer kritisch! Bedenke: Es gibt zum aktuellen Zeitpunkt nicht die "Wahrheit" mit Blick auf das Virus. Alle Wissenschaftler müssen derzeit Schätzungen abgeben. 
  • Und vor allem: Bleib' ruhig und sei Dir der unfassbaren Schwere dieses Dilemmas, in dem wir uns derzeit befinden, bewusst.
  • Bleib trotz allem positiv. 

 

Denkt dran: Jetzt zählt’s.

 

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und Glück

Ihr Praxisteam der Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Thomas May und Annette Morstadt

 

© Praxis Dr. May & A. Morstadt 2020