Kaffee gehört zu den weltweit am meisten konsumierten Getränken. Das Getränk ist vor allem aufgrund seines Aromas und Geschmacks, aber auch aufgrund seines Coffeingehaltes sehr beliebt. Aber gerade wegen des Coffeingehaltes wurde Kaffee lange Zeit für herzkranke Patienten nicht empfohlen, da das Koffein einen Herz beschleunigenden Effekt habe und sich auf eine Blutduckerhöhung auswirke. Forschungsergebnisse aus den letzten Jahrzehnten ergaben allerdings neue Erkenntnisse bezüglich der Effekte von Kaffeekonsum auf die Gesundheit, so dass die früher allgemein übliche Annahme einer überwiegend schädlichen Wirkung von koffeinhaltigem Kaffee auf die Gesundheit so heute nicht mehr generell aufrecht zu erhalten ist. Die Zufuhr von Koffein im Rahmen des Kaffeegenusses führt zwar beim Menschen akut zu einem Blutdruckanstieg, die absolute Höhe des Anstieges nimmt allerdings bei regelmäßig Kaffeekonsum im Sinne eines Gewöhnungseffekt des ab.

Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass regelmäßiger Konsum von Kaffee kein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung eines Bluthochdruckes darstellt. Weiterhin wurden günstige Effekte von Kaffeekonsum auf den Alterszucker beschrieben. In einer Vielzahl von Bevölkerungsstudien konnte mittlerweile gezeigt werden, dass Kaffeekonsum im Allgemeinen höchstwahrscheinlich nicht zu einer Erhöhung des Risikos, an einer KHK zu erkranken, führt. Mehrere große Studien konnten sogar aufzeigen, dass der tägliche Konsum von 1-4 Tassen koffeinhaltigem Filterkaffee mit einem bis zu 20% erniedrigten KHK-Erkrankungsrisiko einhergeht. Auch bei Patienten nach Herzinfarkt reduzierte der tägliche Genuss von bis zu 4 Tassen Kaffee das Risiko für einen neuerlichen Schlaganfall, Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod. Dieser positive Effekt kehrt sich allerdings bei höheren Kaffeekonsum nach bisherigen Erkenntnissen um.

Wie steht es nun mit Rhythmusstörungen? Trotz experimentell nachweisbarer Effekte von Koffein auf die Herzlektrik gibt es bis dato jedoch noch keinen eindeutig gesicherten Nachweis, dass moderater Kaffee/Koffeinkonsum zu einem gehäuften Auftreten von relevanten Rhythmusstörungen bei gesunden wie auch bei Herz-/Kreislauferkrankten Menschen führt.

Zusammenfassung:

Gemäß der bis heute verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse spricht also höchstwahrscheinlich nichts dafür, dass ein moderater (bis zu 4-5 Tassen pro Tag verteilt auf 2-3 Zeitpunkte) Konsum von koffeinhaltigem (Filter-) Kaffee auch bei Herzpatienten einen negativen Effekte auf die Gesundheit hat. Allerdings könnte dies bei stärkerem Konsum nicht mehr gelten.

So gilt nach wie vor der alte und wohlbekanntes Satz von Paracelsus “Allein die Menge macht das Gift".

 

Quelle: PD Dr. med. R. Laszlo; Herz im Takt Ausgabe 02 (2017): 04-06

 

Dr. med. Thomas May / Annette Morstadt

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