Bewegung schärft Denken und das Gedächtnis.

13.01.2026

Bewegung wirkt – und zwar nicht nur auf Muskeln und Kreislauf, sondern auch auf das Gehirn.

Erfreuliche MEldung

Gedächtnis, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, unser Verhalten zu steuern, sind wichtig für Lernen, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe. Mit dem Älterwerden oder bei bestimmten Erkrankungen können diese Fähigkeiten nachlassen. Das kann den Alltag deutlich erschweren und die Lebensqualität beeinträchtigen. Deshalb interessiert man sich zunehmend für Möglichkeiten, das Gehirn ohne Medikamente zu stärken.

Viele Studien zeigen, dass körperliche Bewegung dabei helfen kann.

Allerdings haben sich diese Studien oft nur mit bestimmten Altersgruppen oder einzelnen Bewegungsarten beschäftigt. Ein umfassender Überblick über alle bisherigen Ergebnisse fehlte lange Zeit. Diese Lücke wurde nun durch eine große Zusammenfassung vieler Studien geschlossen.

Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, wie gut Bewegung die geistige Leistungsfähigkeit verbessert – also zum Beispiel Denken, Erinnern und Planen – und zwar bei Menschen aller Altersgruppen und mit unterschiedlichem Gesundheitszustand. Dafür wurden sehr viele frühere Studien zusammengefasst, an denen insgesamt mehrere hunderttausend Personen beteiligt waren. Verglichen wurden Menschen, die sich regelmäßig bewegten, mit solchen, die wenig oder gar nicht aktiv waren. 

Als wichtigste Ergebnis lässt sich klar sagen:
Körperliche Aktivität verbessert die geistige Leistungsfähigkeit – bei allen Menschen. Bewegung hilft dem Gedächtnis, der Aufmerksamkeit und der Fähigkeit, sich zu organisieren und zu konzentrieren. Diese positiven Effekte zeigten sich unabhängig davon, ob jemand gesund war oder zum Beispiel an Depressionen, chronischen Erkrankungen oder Aufmerksamkeitsproblemen litt. Besonders stark profitierten Kinder und Jugendliche, vor allem beim Gedächtnis. Auch bei Menschen mit ADHS zeigten sich deutliche Verbesserungen, insbesondere bei der Selbststeuerung und Konzentration. 

Grundsätzlich hatten alle Bewegungsformen positive Effekte, allerdings mit einigen Unterschieden:

  • Bewegungsspiele, bei denen man sich bewegt und gleichzeitig denkt, zeigten besonders große Vorteile für Denken und Gedächtnis.
  • Ruhige Bewegungsformen wie Yoga oder Tai Chi wirkten sich ebenfalls günstig auf das Gedächtnis aus.
  • Ausdauer- und gemischtes Training verbesserten die geistige Leistungsfähigkeit zuverlässig.
  • Krafttraining war vor allem im höheren Alter hilfreich.

Ein weiterer wichtiger Punkt:
Sehr anstrengendes Training war nicht besser als moderates Training. Im Gegenteil – leichte bis mittlere Intensität zeigte oft die stärkeren Effekte. Das spricht dafür, dass es besonders hilfreich ist, wenn Bewegung auch geistig fordert, zum Beispiel durch Koordination, Aufmerksamkeit oder soziale Interaktion. 

Auch die Dauer spielte eine Rolle: Programme von ein bis drei Monaten zeigten die größten Verbesserungen. Längere Programme waren nicht automatisch wirksamer – möglicherweise, weil die Motivation mit der Zeit nachlässt oder die Übungen nicht angepasst werden. Interessant ist außerdem:

Es kam nicht entscheidend darauf an, wie oft oder wie lange man trainiert. Entscheidend war eher, wie anspruchsvoll die Bewegung für das Gehirn war

Zusammengefasst zeigt diese große Übersicht sehr deutlich:

Bewegung tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Gehirn. Sie ist eine wirksame, sichere und einfache Möglichkeit, geistig fit zu bleiben – für alle Menschen, unabhängig von Alter, Gesundheit oder Fitness.


Bei Fragen können Sie sich gerne an das Ärzteteam wenden.

Quelle: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin – DOSSIER DER SPORTMEDIZIN 76. Jahrgang 7/2025