Wenn Kohlenhydrate durch Fett ersetzt werden, sollten Fette mit überwiegend einfach ungesättigten Fettsäuren und mit Omega-3 Fettsäuren bevorzugt werden. Die wichtigste einfach ungesättigte Fettsäure ist dabei die Ölsäure. Diese kann vom Organismus selbst hergestellt werden, es handelt sich somit um eine körpereigene Substanz. Deshalb sind bei einem Verzehr von hohen Mengen dieser Fettsäure keine unerwünschten Stoffwechselwirkungen zu erwaten. Die besten Quellen für Ölsäure sind Olivenöl und Rapsöl.

Die zweite wichtige Fettsäure ist die Omega 3 Fettsäure (hoch ungesättigt). Leinöl und Rapsöl verfügen über einen hohen Anteil an Omega-3 Fettsäuren, deshalb sind diese Öle sehr zu empfehlen. Rapsöl hat dabei ein optimales Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren. Das ist bei diesem Öl mit einem Verhältnis von 2:1 ideal (das Verhältnis sollte zwischen 1:1 und 4:1 liegen).

Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren können im Körper auch aus anderen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (alpha-Linolensäure und Linolsäure) selbst hergestellt werden, dabei wird das gleiche Enzymsystem benutzt. Leider überwiegt durch eine zu hohe Zufuhr von Linolsäure die Bildung der hoch gesättigten Omega 6 Fettsäure (Arachnoidonsäure), die Omega 3 Bildung wird dabei unterdrückt. Daraus resultiert eine erhöhte Entzündungsreaktion im Körper, die wiederum z. B. in Arteriosklerose und Rheuma münden kann. Pflanzliche Fette mit hohem Anteil von Omega-6-Linolsäure, wie z. B. Sonnenblumen-, Maiskeim-, Weizenkeim-, Distel- und Traubenkernöl und die daraus hergestellte Margarinen sollten deshalb gemieden werden.

Weiterhin empfehlenswert ist Kokosöl. Kokosnussöl enthält überwiegend gesättigte Fettsäuren in Form der mittelkettigen Fettsäuren (MCT, ca. 64 %), die leicht verdaulich sind, da sie direkt über das Blut in der Leber als Energielieferant verstoffwechselt werden. Die Leber bildet aus MCT Ketonkörper (Beta-Hydroxy-Butyrat, Acetoacetat), die schnell von allen Geweben in den Mitochondrien als Energiequelle umgesetzt werden. Auch für das Gehirn sind die Ketonkörper, die auch beim Fasten aus dem körpereigenen Fettabbau entstehen, eine hervorragende Zuckeralternative, dies gilt insbesondere bei Insulin-Resistenz und neuro-degenerativen Erkrankungen. Daher werden sie auch gezielt bei Fettstoffwechsel- Störungen oder auch im Sportbereich als schneller und hoher Energielieferant eingesetzt. Die gesättigten Fettsäuren sind auch wesentlicher Bestandteil der Zellmembran. Eine Besonderheit im Kokosfett ist die Laurinsäure (> 45 % Anteil) sie wirkt wie ein natürliches Antibiotikum gegen einige Bakterien, Viren und Pilze und ist auch Bestandteil der Muttermilch.

 

Auf diese Dinge sollten Sie achten:

Der Verzehr gesättigter Fettsäuren – Ausnahme Kokosnussöl - sollte reduziert werden. Essen Sie deshalb Seefisch, Wild, Fleisch aus artgerechter Haltung (Weiderind), wegen des höheren Anteils von Omega 3 Fettsäuren. Weiterhin verzehren Sie abwechselnd Olivenöl, Rapsöl, Kokosöl, Walnüsse und Leinsamen bzw. daraus hergestelltes Öl.

Sonnenblumen-, Maiskeim-, Weizenkeim-, Distel- und Traubenkernöl und die daraus hergestellte Margarinen sollten gemieden werden.

 

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