Das Gehirn kann Zucker und Ketonkörper verbrennen. Zucker kann im Körper aus Fett oder Eiweiß hergestellt oder kann durch die Nahrung zugeführt werden, Ketonkörper müssen im Körper hergestellt werden. Die Ketone entstehen bei Fettverbrennung, so z. B. beim Fasten oder werden bei Zuführung mittelkettiger Fettsäuren (MCTs) in der Leber gebildet. Wenn der Mensch- wie unsere Vorfahren – also nicht Zucker, sondern Fett verbrennt, dann entstehen über diesen Stoffwechselvorgang Ketonkörper und das Gehirn lernt zu 80% von diesen Energieträgern zu leben.

In der heutigen, modernen, kohlenhydratlastigen Ernährung wird das Gehirn permanent mit dem Supertreibstoff Zucker versorgt, was primär für eine rasche und kompetente Versorgung der Gehirnzellen gut ist. Leider kann es im Laufe des Lebens zu Störungen der Gehirn- bzw. Nervenzellen kommen.

Bei Alzheimer, Parkinson, Epilepsie und vielen neurodegenerativen Erkrankungen geht man von einem gestörten Zuckerstoffwechsel für die Nervenzellen aus und spricht von einem Diabetes Typ 3. Das Problem dabei ist, dass die Nervenzellen den Zucker nicht mehr aufnehmen können, also insulinresistent sind und dadurch in ihrer Funktion gestört werden, bzw. zu Grunde gehen. Wenn nichts unternommen wird nehmen die Erkrankungen ihren Lauf.

Die einzige Chance die Nervenzellen mit Energie zu versorgen besteht darin, ihnen Ketonkörpern zur Verbrennung anzubieten. Dazu gilt es die Kohlenhydrate zu reduzieren, damit der Körper in die Fettverbrennung umschalten und  somit Ketonkörper selbst bilden kann. Für einen ausreichenden Hirnstoffwechsel reicht dies allerdings nicht aus, zusätzlich müssen mittelkettige Fettsäuren (MCTs) zugeführt werden. Eine ausreichende Menge kann man z. B. durch den Verzehr von 3 Esslöffel Kokosöl täglich erreichen.

Ob neurodegenerative Erkrankungen primär durch eine Ernährungsumstellung zu vermeiden sind, darf angenommen werden, schließlich können wir eine Zuckererkrankung („Alterszucker“) ebenfalls durch eine entsprechende Ernährung vorbeugen. Diesbezüglich gibt es allerdings noch keine beweisende Datenlage.

Nebenbei profitieren auch Kinder mit ADHS von einer Zuckerreduktion, da durch eine Umschaltung in die Fettverbrennung Ketonkörper gebildet werden. Diese sorgen für eine konstante Energieversorgung der kindlichen Gehirne, die Überaktivität nimmt spürbar ab.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.

© Praxis Dr. May & A. Morstadt 2017