PSA Wert zur Prostatakrebsfrüherkennung

Das prostataspezifische Antigen ist ein Glykoprotein, welches von der Prostata (Vorsteherdrüse) ausgeschieden wird. Das PSA ist kein Tumormarker im eigentlichen Sinne, da er naturgemäß, abhängig vom Drüsenvolumen, auch bei der benignen (gutartigen) Prostatahyperplasie (Prostatavergrößerung) erhöht sein kann. Der PSA Wert ist vielmehr ein Gewebemarker, der für die Diagnose des Prostatakarzinoms, vor allem aber zu dessen Verlaufskontrolle von entscheidender Bedeutung ist. Der Unterschied ist jedoch, dass 1 g gesundes Drüsengewebe 0,3 ng/ml PSA exprimieren (freisetzen), während 1 g Prostatakarzinomzellen den PSA um 3 ng/ml erhöhen.

 

Wieso kann die Bestimmung des PSA Wertes so sinnvoll sein?

Während der Tastbefund - der als digital-rektale Untersuchung der Prostata bezeichnet wird - in nur 1,45 bis 3,3 % zur Erkennung von Frühstadien beiträgt, liegt die Erkennungsrate bei der PSA-Bestimmung bei 4,6 %. Werden beide Methoden kombiniert, steigt die Erkennungsrate auf 5,8 %. Ziel des PSA-Screening ist die Erhöhung der Lebenserwartung durch Früherkennung von Prostatakrebs. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, ist umstritten und jedenfalls bisher nicht nachgewiesen. Hierzu ein paar Zahlen. Wer in Deutschland an Prostatakrebs stirbt, ist drei Jahre älter als die Männer, die an anderen Erkrankungen sterben. Weiter sind von den Männern über 50, die eines natürlichen Todes gestorben sind, ein Drittel nicht an Prostatakrebs verstorben, obwohl sie Prostatakrebs gehabt hatten (Hanks und Scardino 1996)- Männer ab ca. 70 Jahren sterben unter anderem mit Prostatakrebs, nicht an ihm. Mit dem Prostatakrebs kann man also alt werden.

 

Wieso nun die PSA Wert Bestimmung?

Mit der Einführung von PSA-Messungen konnte eine deutliche Verbesserung in der Diagnostik des Prostatakrebses erzielt werden. Die Verbreitung des Tests auch bei asymptomatischen Männern führte in den USA in den 1990er Jahren zu einem drastischen Anstieg der entdeckten Krebsfälle, diesbezüglich ist inzwischen ist ein Plateau erreicht. Unter den entdeckten Fällen hat der Anteil von Frühstadien deutlich zu- und die Rate an fortgeschrittenen Stadien abgenommen. Wegen der besseren Früherkennung raten wir zur PSA-Wert Bestimmung. Bei entsprechender Indikation können die notwendigen weiteren Maßnahmen eingeleitet werden.

Die PSA-Wert Bestimmung im Rahmen der Vorsorge erfolgt ist es keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muss privat in Rechnung gestellt.

Preis siehe Preisliste (PDF)

 

© Praxis Dr. May & A. Morstadt 2017