Die Jugendgesundheitsuntersuchung (sog. J1) wurde als neue Vorsorgeuntersuchung für junge Menschen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren eingeführt. Diese Lebensphase, die Pubertät, bedeutet eine große Umstellung, der Körper erfährt zahlreiche Veränderungen. Neben der körperlichen Untersuchung wird deshalb auch die Gelegenheit gegeben, von kompetenter Seite Antworten auf Fragen rund um diese körperlichen und seelischen Veränderungen zu bekommen. Anamnese und körperliche Untersuchung konzentrieren sich dabei auf diejenigen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten, die schon in einem frühen Stadium einer Behandlung und Beratung zugeführt werden können bzw. von Bedeutung sind für die soziale Integration des Jugendlichen.

Die Untersuchung umfasst folgende Punkte:

  • Erhebung der Krankheitsvorgeschichte
  • eingehende körperliche Untersuchung (orthopädischer, internistischer Status)
  • eventuelle Bestimmung des Cholesteringehaltes im Blut.

Bei der körperlichen Untersuchung geht es darum, den Entwicklungszustand der Jugendlichen zu erfassen, um Abweichungen früh zu erkennen. Weiterhin geht es darum, internistische Probleme (so z. B. krankhafte Herzgeräusche, auffällige Schilddrüsenvergrößerungen, Blutdruckabweichungen) sowie orthopädische Probleme (hier am häufigsten Fußprobleme, z. B. Senk-Spreizfuß, Haltungsschäden) früh aufzudecken, damit eine Therapie bzw. eine Verhaltensänderung eingeleitet werden kann.

Die Jugendgesundheitsuntersuchung bezieht sich aber auch auf die seelische Entwicklung. Auffälligkeiten, Verhaltensstörungen oder Probleme in der Schulentwicklung sollen aufgedeckt werden, so z.B.

  • Schulleistungsprobleme
  • gesundheitsgefährdendes Verhalten (z.B. Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum)
  • das Vorliegen seelischer Erkrankungen.

Impfstatus:

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Überprüfung des Impfschutzes. (bitte Impfbuch zur Untersuchung mitbringen). Bei Impflücken werden wir die fehlenden Impfungen komplettieren. In diesem Alter ist eine Auffrischung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Polio (Kinderlähmung) und Keuchhusten fällig. Neu ist auch eine Impfung gegen Meningokokken (Erreger der bakteriellen Hirnhautentzündung). Siehe Beitrag Aktuelles vom 15. August 2007. Weiterhin achten wir auf einen ausreichenden Schutz gegen FSME (durch Zecken übertragbare Hirnhautentzündung) und Hepatitis B (durch Blut- oder Sexualkontakt übertragbare Leberentzündung).

Je nach Wunsch kann der Jugendliche alleine, oder in Begleitung der Eltern bzw. eines Elternpaares zur Untersuchung kommen.

 

Hepatitis B

Jugendliche und junge Erwachsene sind durch diese Infektionskrankheit besonders gefährdet.Etwa zwei Drittel aller Hepatitis B Fälle treten bei diesen Altersgruppen auf. Dabei ist es gerade bei Jugendlichen wegen der eher seltenen Arztkontakte besonders schwierig, diese über die Gefahren der Hepatitis B zu informieren und auf die Möglichkeit einer Impfung hinzuweisen. Zwar weiß laut Umfragen der größte Teil aller Schüler und Eltern über AIDS Bescheid, kaum jemand ist aber in gleicher Weise über die Hepatitis B Infektion informiert.

Die Kosten für diese Impfung von Jugendlichen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Diese neue zusätzliche Regeluntersuchung kann erreichen, dass die Hauptrisikogruppe (Jugendliche) einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Hepatitis B erhält.

© Praxis Dr. May & A. Morstadt 2017